Österreich mal etwas anders
 
 
Geballte "Internationale" Erfahrung beim 5. Shotokan Cup
 
 

 

St. Georgen (mb): Aus Eching, waren am Freitag den 19.05.2005 das Karateteam des SC-Eching um Johanna Sedlmeir, Marco Fückelsberger, Maxi Mathes samt Trainer Jörg Reidemeister nach St. Georgen im Attergau (Ober-Österreich) angereist. Dort fand der „5. Internationale Shotokan Cup“ statt auf dem die Echinger, Ihre und die Deutschen Fahnen vertreten wollten.
Überwältigt von der „internationalen“ Atmosphäre, immerhin waren von 350 Teilnehmern 5% nicht aus Österreich, wurden die Teilnehmer von einer „eindrucksvollen“ Halle empfangen. Diese zeigte sich groß genug, mäßig ausgeleuchtet und von einfacher, sportlicher Funktionalität.
Von den 3 Kampfplätzen waren „nur“ zwei mit Karatematten bestückt und allein dadurch wurde eine gewisse Außerordentlichkeit erzeugt. Um die Österreichische Freundlichkeit zu untermalen wurde auf Internationalität bei den Kampfrichtern ganz verzichtet, wieso auch, man war ja quasi unter sich. Die Teilnehmer wurden nicht in Gewichtsklassen eingeteilt, sondern nur nach dem Alter separiert, was wohl einer „einfacheren“ Bewertung und Chancengleichheit behilflich sein sollte.
Nun zu den Echinger Startern und deren Erfolgen:

Marco Fückelsberger schied leider mit seiner Kata in der ersten Runde aus und konnte sich auch für die Trostrunde nicht qualifizieren. Nicht besser ging es Johanna Sedlmeir die es immerhin, nach fragwürdiger Entscheidung der heimatlichen Kamprichter, bis in die zweite Runde schaffte.

Johanna trat nochmals im Kumite an und verlor hier Ihren ersten Kampf gegen die spätere Poolsiegerin. Dies qualifizierte Sie für die Trostrunde in der es zu einigen „irrationalen“ Entscheidung kam. Proteste der Trainer wurden im Keim erstickt, vermutlich um die Zeitleiste nicht „unnötig“ zu verzögern. Für Johanna bedeutete dies das „Aus“, aber es blieb der Trost sich nicht unnötig verletzt zu haben.

Die Hoffnungen lagen nun bei Maxi Mathes, dem amtierenden Bayerischen Meister.

Dieser wurde von seinem 15 Kilo schwereren Gegner (der fehlenden Gewichtsbeschränkung sei dank) gleich einmal mit Vollkontakt auf die Matte geschickt. Vom herbeieilenden Arzt wurde Maxi sofort aus dem Kampf genommen. Sein Gegner kam wegen der Echinger Aufgabe eine Runde weiter. Der Tag schien gelaufen. Komischer Weise wurde Mathes aber in der Trostrunde erneut aufgerufen, vermutlich eine neue Regelung der Organisatoren. Dort konnte Maxi seine gewohnte Leistung zeigen und attackierte seinen Gegner mit einem Fauststoß zum Hinterkopf ohne Berührung. Nach hitziger Diskussion und erneuten Fehlentscheidungen der Österreichischen Kompetenzen blieb dem Trainer Jörg Reidemeister als sinnvolle Alternative nur das Zurückziehen seines Schützlings um größeres Unheil zu vermeiden.

Anerkennungscharakter hatte aber allemal die wirklich freundliche Entschuldigung eines österreichischen Trainers für die gebotenen Fehlentscheidungen, im Namen des Landes. Damit war dieser Tag aus Kampfessicht mehr oder weniger schadfrei überstanden.
Im Rückblick gab es dafür aber geballte „internationale“ Erfahrung…

 
     
  Autor: Michael Brust  
     

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